Kurzantwort: „Microsoft Dynamics 365“ ist eine Produktfamilie, kein einzelnes ERP-System. Für E-Rechnungen müssen Sie deshalb zuerst klären, ob Sie Dynamics 365 Business Central oder Dynamics 365 Finance einsetzen. Business Central nutzt das E-Document-Framework und dokumentiert für die deutsche Lokalisierung unter anderem XRechnung und ZUGFeRD. Dynamics 365 Finance arbeitet mit dem Electronic-Invoicing-Dienst, Globalization Studio und Electronic Reporting. Einrichtung, verfügbare Formate, Übertragungswege und Erweiterungen unterscheiden sich deutlich.
Eine technisch vorhandene Funktion allein macht den Prozess noch nicht versandfertig. Entscheidend sind vollständige Stammdaten, das richtige Format, die Empfängeranforderungen, ein geeigneter Übertragungskanal, nachvollziehbare Status und eine unabhängige Validierung vor dem produktiven Versand.
Dieser Leitfaden hilft bei der Auswahl des passenden Wegs. Für bestehende Microsoft-Dynamics-NAV- oder Navision-Prozesse ist die kaufnahe Seite Navision und E-Rechnung der bessere Einstieg. Zu älteren AX-Installationen führt der separate Beitrag Dynamics AX 2012 und E-Rechnung. Beide Altsysteme werden hier nur zur Abgrenzung eingeordnet.
Dynamics 365 ist nicht gleich Dynamics 365
Der Produktname führt leicht zu falschen Annahmen. Dynamics 365 umfasst mehrere Geschäftsanwendungen. Für die Erstellung und Verarbeitung von Rechnungen sind vor allem diese beiden ERP-Produkte relevant:
- Dynamics 365 Business Central richtet die E-Rechnung über E-Belegdienste, Belegformate, Belegsendeprofile und Workflows ein.
- Dynamics 365 Finance nutzt für komplexe, internationale Szenarien den Electronic-Invoicing-Dienst mit Globalization Features und Electronic-Reporting-Konfigurationen.
Auch die historischen Produktlinien bleiben getrennt:
- Dynamics NAV beziehungsweise Navision ist keine bloß ältere Oberfläche von Business Central. In Bestandsinstallationen hängen Export und E-Rechnungsfähigkeit stark von Version, Anpassungen und Partnerlösungen ab.
- Dynamics AX 2012 ist nicht identisch mit Dynamics 365 Finance. Eine AX-Installation besitzt andere technische Grundlagen und einen eigenen Modernisierungspfad.
Sie arbeiten noch mit NAV oder Navision?
Prüfen Sie zuerst Version, PDF-Export, Belegarten und Automatisierungsbedarf. So erkennen Sie, ob eine Ergänzung ausreicht oder eine Modernisierung sinnvoll wird.
NAV-/Navision-Prozess prüfen →Business Central, Finance, NAV und AX im Vergleich
| System | Ansatz für E-Rechnungen | Was für Deutschland besonders zu prüfen ist | Passender nächster Schritt |
|---|---|---|---|
| Dynamics 365 Business Central | E-Document-Framework mit E-Belegdiensten, Formaten, Workflows und Belegsendeprofilen | Business-Central-Version, deutsche Lokalisierung, XRechnung-Syntax, ZUGFeRD, Empfang, Versandweg und installierter Konnektor | Native Einrichtung testen oder PDF-/API-Ergänzung bewerten |
| Dynamics 365 Finance | Electronic-Invoicing-Dienst, Globalization Studio und Electronic Reporting | Dienstbereitstellung, Globalization Feature, deutsche XRechnung-Konfiguration, Kanäle, Antworten und Umgebungen | Eigenes Einführungsprojekt mit Test- und Produktivumgebung planen |
| Dynamics NAV/Navision | Versions- und anpassungsabhängiger Bestand | Verfügbare Exporte, Add-ons, kundeneigener Code, Pflichtfelder und Supportstatus | Navision-E-Rechnungsprozess prüfen |
| Dynamics AX 2012 | Legacy-Architektur mit eigener Lokalisierung und Erweiterungen | Konkreter Release, vorhandene Electronic-Reporting-/Partnerlösung und Modernisierungsplan | AX-2012-Ratgeber lesen |
Die Tabelle ist keine Funktionszusage für eine konkrete Installation. Microsoft ändert Cloud-Funktionen, Dokumentation und Voraussetzungen fortlaufend. Außerdem können Lizenzmodell, Release, Region, Lokalisierung und Erweiterungen die sichtbaren Optionen beeinflussen. Prüfen Sie deshalb die aktuelle Microsoft-Dokumentation und eine Testdatei aus Ihrem eigenen Mandanten.
E-Rechnung mit Dynamics 365 Business Central
Was das E-Document-Framework übernimmt
Business Central bündelt den Lebenszyklus elektronischer Belege in einem Framework. Dazu gehören die Auswahl eines Belegformats, E-Belegdienste, Workflows, Belegsendeprofile, Statusinformationen und die Verarbeitung eingehender Dokumente. Microsoft beschreibt außerdem Optionen für den automatischen Import und die automatische Erstellung von Einkaufsbelegen oder Fibu-Buchungsblattzeilen.
Für die deutsche Lokalisierung nennt Microsoft in der aktuellen Dokumentation XRechnung in UBL-Syntax, Peppol BIS 3 und ZUGFeRD. Microsoft bindet diese Unterstützung ausdrücklich an bestimmte Business-Central-Versionen. Verlassen Sie sich daher nicht auf die allgemeine Produktbezeichnung, sondern prüfen Sie Release und installierte Apps in Ihrem System. Quelle: Microsoft Learn zur elektronischen Fakturierung in Deutschland.
Wichtig ist die Trennung von Dateiformat und Übertragung. Wenn Business Central eine XRechnung erzeugen kann, ist damit noch nicht automatisch festgelegt, wie sie zum Empfänger gelangt. E-Mail-Anhang, Download, Peppol-Zugangspunkt oder eine andere Dienstintegration sind eigenständige Entscheidungen. Microsoft weist in den Einrichtungshinweisen für E-Belege auf Workflows, Dienstintegration und Belegsendeprofile hin.
Ausgangsrechnungen: vom gebuchten Beleg zur E-Rechnung
Ein belastbarer Ausgangsprozess beginnt nicht beim XML-Export, sondern bei den gebuchten Verkaufsbelegen. Vor der Freigabe sollten Sie klären:
- Welcher Debitor benötigt XRechnung, ZUGFeRD oder ein anderes vereinbartes Format?
- Welche Referenzen verlangt der Empfänger, etwa Bestellnummer, Vertragsnummer oder Buyer Reference?
- Ist für B2G-Rechnungen eine Leitweg-ID beziehungsweise eine andere Vorgabe des öffentlichen Auftraggebers erforderlich?
- Welche Syntax wird erwartet? „XRechnung“ allein beantwortet nicht immer, ob UBL oder CII verarbeitet werden soll.
- Wie wird die Datei übertragen und wie wird ein Fehlerstatus zurückgemeldet?
Eingangsrechnungen: Zuordnung ist wichtiger als bloßer Import
Beim Rechnungseingang reicht es nicht, eine XML- oder ZUGFeRD-Datei zu öffnen. Das System muss den Lieferanten erkennen, Positionen und Einheiten zuordnen, Steuern richtig behandeln und eine kontrollierbare Einkaufsrechnung erzeugen. Microsoft dokumentiert für Business Central die Verwendung von E-Belegen mit Einkaufsrechnungen, Bestellungen, Einkaufsgutschriften und Fibu-Buchungsblättern. Quelle: Microsoft Learn zum E-Beleg im Kaufprozess.
Automatische Verarbeitung ist nur dann sicher, wenn Ausnahmefälle sichtbar bleiben. Planen Sie eine Prüfroutine für unbekannte Lieferanten, abweichende Artikelnummern, fehlende Bestellbezüge, Rundungsdifferenzen, Gutschriften und Steuerbefreiungen ein.
E-Rechnung mit Microsoft Dynamics 365 Finance
Warum Finance einen anderen Ansatz verwendet
Dynamics 365 Finance ist nicht die „große Version“ desselben Business-Central-E-Belegmoduls. Microsoft beschreibt einen eigenen Electronic-Invoicing-Dienst, dessen Transformations- und Integrationsregeln außerhalb von Finance beziehungsweise Supply Chain Management laufen. Globalization Features definieren unter anderem Datenumwandlung und Verarbeitungsschritte; Electronic-Reporting-Konfigurationen steuern den Export in oder Import aus elektronischen Formaten.
Der Dienst kann Formate erzeugen, Antworten externer Dienste verarbeiten, Dokumente stapelweise bearbeiten und eingehende Kanäle einbinden. Diese Flexibilität bedeutet zugleich mehr Einrichtungsaufwand. Eine Übersicht bietet Microsoft Learn zum Electronic-Invoicing-Dienst.
Deutschland-Konfiguration und XRechnung
Microsoft dokumentiert für Dynamics 365 Finance eine deutschlandbezogene Umsetzung für elektronische Kundenrechnungen im XRechnung-Format. Die konkrete Einrichtung hängt laut Microsoft von der eingesetzten Finance-Version ab. Quelle: Elektronische Rechnungen für Kunden in Deutschland.
Daraus folgt keine pauschale Zusage, dass jede Finance-Umgebung sofort XRechnungen versendet. Vor dem produktiven Betrieb müssen mindestens die deutsche juristische Person, das passende Globalization Feature, die Electronic-Reporting-Konfigurationen, Datenzuordnungen und der Übertragungsweg geprüft werden. Auch der Electronic-Invoicing-Dienst selbst muss eingerichtet und mit den relevanten Umgebungen verbunden sein; Microsoft beschreibt dafür gesonderte Konfigurationsschritte.
Für ZUGFeRD sollten Finance-Nutzer die aktuell verfügbare Microsoft-Konfiguration, das eingesetzte Release und gegebenenfalls eine vorhandene Erweiterung gesondert prüfen. Aus der dokumentierten deutschen XRechnung-Funktion lässt sich keine allgemeine ZUGFeRD-Unterstützung für jede Finance-Installation ableiten.
Test-, Abnahme- und Produktivumgebung mitdenken
Ein Finance-Projekt sollte E-Rechnungen nicht direkt in der Produktivumgebung erproben. Sinnvoll ist eine Kette aus:
- Datenmapping und Formatkonfiguration,
- repräsentativen Testbelegen,
- technischer Validierung,
- fachlicher Prüfung durch Buchhaltung und Steuerverantwortliche,
- Empfängertest oder Portaltest,
- dokumentiertem Übergang in die Produktion,
- Monitoring von Status, Antworten und abgelehnten Dateien.
XRechnung und ZUGFeRD: Was Dynamics-Nutzer unterscheiden müssen
Eine XRechnung ist ein strukturierter XML-Datensatz. ZUGFeRD kombiniert eine PDF/A-3-Darstellung mit eingebetteten strukturierten XML-Daten. Das BMF nennt XRechnung und geeignete ZUGFeRD-Ausprägungen als in Deutschland übliche E-Rechnungsformate, sofern die gesetzlichen und semantischen Anforderungen erfüllt sind. Ein normales PDF ohne strukturierten Datenteil ist dagegen keine E-Rechnung im gesetzlichen Sinn.
Der Standard XRechnung konkretisiert die EN 16931 für deutsche Anforderungen. Die jeweils gültige Spezifikation und unterstützende Komponenten veröffentlicht XStandards Einkauf. ZUGFeRD basiert ebenfalls auf EN 16931 und bettet strukturierte Rechnungsdaten in PDF/A-3 ein; Details stellt das Forum elektronische Rechnung Deutschland bereit.
Für die Auswahl im Dynamics-Prozess helfen vier Fragen:
- Verlangt der Empfänger ein bestimmtes Format oder eine bestimmte Syntax?
- Benötigen Sachbearbeiter zusätzlich eine direkt lesbare PDF-Darstellung?
- Soll die Datei über Peppol, E-Mail, Portal, Download oder eine individuelle Schnittstelle laufen?
- Kann die konkrete Dynamics-Version das benötigte Format zuverlässig erzeugen und empfangen?
Stammdaten- und Belegcheckliste vor dem ersten Export
Die meisten Ablehnungen entstehen nicht, weil „Dynamics 365“ grundsätzlich ungeeignet wäre, sondern weil Pflichtangaben fehlen oder nicht in das richtige semantische Feld gelangen. Prüfen Sie mindestens:
Unternehmen und Steuern
- vollständiger rechtlicher Name und Anschrift der juristischen Person,
- Umsatzsteuer-ID oder Steuernummer entsprechend dem Geschäftsvorfall,
- korrekte Steuerkategorien, Steuersätze und Steuerbefreiungsgründe,
- Bankverbindung und abweichender Zahlungsempfänger,
- eindeutige Zuordnung von Niederlassungen und Betriebsstätten.
Debitoren und Kreditoren
- rechtlicher Name und vollständige Anschrift,
- elektronische Adresse und gegebenenfalls Peppol-Kennung,
- Umsatzsteuer-ID, soweit erforderlich,
- bevorzugtes Rechnungsformat und Versandkanal,
- Buyer Reference, Leitweg-ID oder kundenspezifische Referenz,
- Bestell-, Vertrags- und Lieferantennummern.
Artikel, Leistungen und Einheiten
- verständliche Leistungsbeschreibung im strukturierten Datenteil,
- korrekte Mengeneinheit und Einheitencodes,
- Einzelpreis, Menge, Positionsbetrag und Rundungslogik,
- Zu- und Abschläge auf Positions- oder Dokumentebene,
- Leistungs- beziehungsweise Lieferdatum oder Abrechnungszeitraum.
Beleg und Zahlung
- eindeutige Rechnungsnummer und Rechnungsdatum,
- passende Belegart für Rechnung oder Gutschrift,
- Fälligkeitsdatum, Zahlungsbedingungen und Verwendungszweck,
- Währung und Wechselkurslogik,
- Bezug auf vorangehende Rechnungen bei Korrekturen,
- vollständige Summen- und Steuerberechnung.
Vor dem Versand unabhängig validieren
Das BMF empfiehlt eine Validierung, um fehlende oder unlogische Angaben früh zu erkennen. Für XRechnung stellt die KoSIT technische Prüfkomponenten bereit. Ein produktiver Dynamics-Prozess sollte diese Prüfung nicht erst dem Empfänger überlassen.
Mit dem XRechnung Validator von RechneX prüfen Sie exportierte XML-Dateien vor dem Versand. Für hybride Dateien steht der ZUGFeRD Validator bereit. Prüfen Sie zusätzlich die sichtbaren Rechnungswerte, denn eine technische Konformitätsprüfung ersetzt keine inhaltliche Freigabe.
Dynamics erzeugt bisher nur ein Rechnungs-PDF?
Nutzen Sie den bestehenden PDF-Ausgang weiter, prüfen Sie die erkannten Rechnungsdaten und erstellen Sie daraus eine XRechnung oder ZUGFeRD-Datei. Das eignet sich besonders für überschaubare Volumen und eine kontrollierte Einführung.
Vier Integrationsmodelle für Dynamics 365 und RechneX
RechneX wird hier als mögliche Ergänzung beschrieben. Es wird kein fertiger Standard-Connector zu Microsoft Dynamics 365 und keine Microsoft-Partnerschaft vorausgesetzt. Ob und wie eine Anbindung möglich ist, muss anhand von System, Exportformat, Schnittstellen, Beispielbelegen und gewünschtem Volumen geprüft werden.
Modell 1: Native Funktionen vollständig nutzen
Dieser Weg passt, wenn Ihre Business-Central- oder Finance-Umgebung das benötigte Format in der konkreten Version unterstützt, die Stammdaten vollständig sind und der gewünschte Kanal eingerichtet werden kann. RechneX kann dann als unabhängige Prüfstrecke für Test- oder Ausnahmefälle dienen.
Modell 2: PDF als kontrollierte Brücke
Wenn Dynamics verlässliche PDF-Rechnungen erzeugt, aber noch kein passendes strukturiertes Format bereitsteht, kann eine nachgelagerte Konvertierung die schnellste Lösung sein. Sie behalten die Fakturierung im ERP, prüfen die extrahierten Daten und erzeugen anschließend XRechnung oder ZUGFeRD. Mehr dazu: ERP-PDF in ZUGFeRD umwandeln.
Modell 3: Datei- oder API-Prozess automatisieren
Bei regelmäßigem Volumen kann ein definierter Export aus Dynamics an einen nachgelagerten Dienst übergeben werden. Ob PDF, strukturierte Daten oder eine andere Datei die beste Grundlage bildet, hängt von der verfügbaren Schnittstelle und der Datenqualität ab. Die E-Rechnungs-API zeigt den Ansatz; Mapping, Authentifizierung, Fehlerbehandlung und Rückgabe müssen für den konkreten Dynamics-Prozess festgelegt werden.
Modell 4: Migration oder grundlegende Modernisierung
Eine Migration ist sinnvoll, wenn nicht nur die E-Rechnung fehlt, sondern auch Support, Sicherheit, Integrationsfähigkeit oder zentrale Geschäftsprozesse an Grenzen stoßen. Die E-Rechnung sollte dann Teil des ERP-Zielbilds sein, nicht das einzige Migrationsargument. Einen herstellerübergreifenden Überblick bietet ERP und E-Rechnung.
Entscheidungsmatrix: Welcher Weg passt?
| Ausgangslage | Sinnvoller Start | Warum |
|---|---|---|
| Aktuelles Business Central mit deutscher Lokalisierung | E-Document-Framework im Testmandanten konfigurieren | Native Formate und Workflows können den Prozess vollständig abbilden |
| Dynamics 365 Finance mit internationalem Rollout | Electronic Invoicing als eigenes Teilprojekt planen | Länder, Formate, Kanäle und Rückmeldungen benötigen gesteuerte Konfiguration |
| Dynamics erzeugt gute PDFs, wenige Rechnungen pro Monat | Kontrollierte PDF-Konvertierung | Schneller Einstieg ohne tiefen Eingriff in das ERP |
| Hohes Volumen oder mehrere Gesellschaften | API-/Enterprise-Prüfung | Mapping, Automatisierung, Monitoring und Fehlerbehandlung werden entscheidend |
| NAV/Navision im Bestand | Version und Export zuerst prüfen | Altsystem, Add-ons und Anpassungen bestimmen die Möglichkeiten |
| AX 2012 im Bestand | Legacy-Prozess und Modernisierungsplan getrennt bewerten | AX ist technisch nicht mit Dynamics 365 Finance gleichzusetzen |
| Gemischte ERP-Landschaft | Einheitliche Ausgangs- und Validierungsstrecke entwerfen | Ein gemeinsamer Qualitätsprozess reduziert Sonderwege |
Häufige Fragen zu Microsoft Dynamics 365 und E-Rechnung
Kann Dynamics 365 E-Rechnungen erstellen?
Ja, innerhalb der Produktfamilie gibt es dafür Funktionen. Die konkrete Antwort hängt aber davon ab, ob Sie Business Central oder Finance einsetzen, welche Version und Lokalisierung aktiv sind und welche Dienste oder Erweiterungen eingerichtet wurden. Eine pauschale Aussage für „Dynamics 365“ wäre ungenau.
Unterstützt Business Central XRechnung?
Microsoft dokumentiert XRechnung in UBL-Syntax für bestimmte Versionen der deutschen Business-Central-Lokalisierung. Prüfen Sie die aktuelle Microsoft-Dokumentation, Ihren Release und die installierten Apps, bevor Sie den produktiven Versand zusagen.
Unterstützt Business Central ZUGFeRD?
Microsoft nennt ZUGFeRD in der Dokumentation zur deutschen Lokalisierung. Auch hier sind Version, Einrichtung und konkreter E-Belegdienst entscheidend. Testen Sie das erzeugte PDF/A-3-Dokument samt eingebettetem XML mit einem ZUGFeRD Validator.
Kann Dynamics 365 Finance XRechnungen erzeugen?
Microsoft dokumentiert eine Deutschland-Konfiguration für elektronische Kundenrechnungen im XRechnung-Format. Dafür müssen die Voraussetzungen der konkreten Finance-Version, der Electronic-Invoicing-Dienst und die zugehörigen Konfigurationen geprüft und eingerichtet werden.
Ist ZUGFeRD in Dynamics 365 Finance automatisch enthalten?
Das sollte nicht pauschal angenommen werden. Prüfen Sie die aktuell verfügbaren Globalization Features, Electronic-Reporting-Konfigurationen, Ihr Release und vorhandene Erweiterungen. Die dokumentierte XRechnung-Funktion ist kein allgemeiner Nachweis für ZUGFeRD in jeder Umgebung.
Brauche ich für E-Rechnungen immer einen Peppol-Anschluss?
Nein. Peppol ist ein möglicher Übertragungsweg, aber nicht für jede B2B-Rechnung vorgeschrieben. Empfänger können je nach Anwendungsfall andere Kanäle akzeptieren oder vorgeben. Format und Übertragungskanal müssen getrennt entschieden werden.
Muss ich für B2B-Rechnungen eine Leitweg-ID pflegen?
Grundsätzlich wird die Leitweg-ID für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber verwendet. Im B2B-Prozess können Kunden stattdessen andere Buyer References verlangen. Entscheidend ist die konkrete Empfängervorgabe.
Reicht ein PDF-Export aus Business Central oder Finance aus?
Ein normales PDF ohne strukturierten Datenteil ist keine E-Rechnung im Sinne der deutschen Vorgaben. Es kann aber als Grundlage für einen kontrollierten Konvertierungsprozess dienen, wenn alle notwendigen Rechnungsdaten enthalten und zuverlässig erfassbar sind.
Sollte ich jede XRechnung vor dem Versand validieren?
Ja, besonders bei der Einführung, nach Änderungen am Mapping und bei Sonderfällen. Die Validierung erkennt technische und semantische Fehler früher. Ergänzend ist immer eine fachliche Prüfung der Rechnungsinhalte erforderlich.
Wann ist eine API sinnvoller als der manuelle Export?
Eine API lohnt sich bei regelmäßigem Volumen, mehreren Gesellschaften, engen Versandfristen oder wenn Rückmeldungen automatisiert in den Prozess zurückfließen sollen. Für wenige Rechnungen kann ein kontrollierter PDF- oder Dateiprozess einfacher und wirtschaftlicher sein.
Ersetzt RechneX die Dynamics-Finanzbuchhaltung?
Nein. Dynamics bleibt das führende System für Kunden, Belege, Buchungen und kaufmännische Prozesse. RechneX kann je nach Ausgangslage beim Konvertieren, Validieren oder bei einem individuell geplanten automatisierten E-Rechnungsprozess ergänzen.
Muss ich NAV oder AX allein wegen der E-Rechnung sofort ablösen?
Nicht zwingend. Zuerst sollten Exportqualität, Belegarten, Datenvollständigkeit, Volumen und vorhandene Erweiterungen geprüft werden. Eine Ergänzung kann kurzfristig genügen; eine Migration wird sinnvoll, wenn mehrere technische oder betriebliche Gründe zusammenkommen.
Fazit: Erst das Dynamics-Produkt klären, dann den Rechnungsweg bauen
Der zuverlässige Weg zur E-Rechnung beginnt mit einer einfachen, aber entscheidenden Frage: Nutzen Sie Business Central, Dynamics 365 Finance, NAV/Navision oder AX? Erst danach lassen sich native Funktionen, Formate und Integrationsmöglichkeiten belastbar bewerten.
Business Central bietet mit dem E-Document-Framework einen auf Belegdienste und Workflows ausgerichteten Ansatz. Finance setzt auf Electronic Invoicing, Globalization Studio und Electronic Reporting. In beiden Fällen bleiben Stammdaten, Empfängerregeln, Übertragung, Sonderfälle und Validierung eigenständige Aufgaben.
Wenn native Funktionen Ihren Bedarf vollständig abdecken, sollten sie sauber eingerichtet und getestet werden. Wenn ein verlässlicher PDF-Ausgang vorhanden ist, kann eine kontrollierte Konvertierung den schnelleren Einstieg bieten. Für hohe Volumen, mehrere Systeme oder individuelle Regeln ist ein geplanter Enterprise-/API-Prozess der richtige nächste Prüfpunkt.
Dynamics-E-Rechnungsprozess belastbar planen
Lassen Sie Ausgangsformat, Beispielbelege, Pflichtfelder, Volumen und Zielkanäle prüfen. RechneX unterstützt vom kontrollierten PDF-Workflow bis zur individuell geplanten API- oder Enterprise-Lösung.
Tags:
Passende Tools und Branchen
Vertiefen Sie das Thema mit passenden Werkzeugen und Lösungen.
Tool
PDF Konverter
PDF in XRechnung oder ZUGFeRD umwandeln
Lösung
Navision E-Rechnung
Dynamics-NAV- und Navision-Rechnungen kontrolliert weiterverarbeiten
Tool
XRechnung Validator
XML auf EN 16931 und KoSIT-Regeln prüfen
Lösung
RechneX Enterprise
ERP, API, Sonderfälle und hohe Volumen individuell umsetzen
Branche
Handwerker
E-Rechnung für Handwerker mit bestehender Handwerkersoftware, Word, Excel, Abschlagsrechnung, Aufmaß, Leitweg-ID und ZUGFeRD/XRechnung.
Branche
IT-Freelancer
E-Rechnung für IT-Freelancer: LaTeX, Markdown, PDF-Templates, Reverse Charge, internationale Kunden und schlanker Workflow ohne ERP-Wechsel.
Branche
Architekten
E-Rechnung für Architekten: HOAI, Leistungsphasen, Leitweg-ID, Anlagen, Aufmaß und B2G-Freigabe sauber als XRechnung oder ZUGFeRD abbilden.
Quellen
- Microsoft Learn: Elektronische Fakturierung in Deutschland – Business Central
- Microsoft Learn: E-Belege in Business Central einrichten
- Microsoft Learn: E-Belege im Kaufprozess verwenden
- Microsoft Learn: Elektronische Rechnungen für Kunden in Deutschland – Dynamics 365 Finance
- Microsoft Learn: Übersicht über den elektronischen Rechnungsservice – Dynamics 365 Finance
- Microsoft Learn: Electronic invoicing configuration – Dynamics 365 Finance
- Bundesfinanzministerium: Fragen und Antworten zur E-Rechnung
- XStandards Einkauf: Standard XRechnung
- Forum elektronische Rechnung Deutschland: ZUGFeRD/Factur-X
Änderungsverlauf
Neuer Grundlagen- und Entscheidungsleitfaden zu E-Rechnungen mit Business Central und Dynamics 365 Finance erstellt.



